Beschreibung
Uraufführungen von Kyle Abraham zu den Nicholas Brothers / Aszure Barton zu Josephine Baker / Sidi Larbi Cherkaoui zu Bruce Lee / Louise Lecavalier zu Björk / Marcia Haydée zu Anna Pavlova / John Neumeier zu Jean-Georges Noverre / Marco da Silva Ferreira zu PRINCE
Filmpremiere Marcos Morau zu Bob Fosse
Wer ist deine Ikone? Das war Eric Gauthiers erste Frage an seine Wunsch-Choreograph:innen für die neue Produktion. Und ein Einstieg, der maximale Überzeugungskraft entfaltete. Denn alle sagten zu … Doch woher kam das Konzept für diesen Abend? Ganz einfach, Gauthier hat an seine eigene Ikone gedacht – Sergei Diaghilev, Wegbereiter für den modernen Tanz. Der große Impresario der Ballets Russes besaß ein untrügliches Gespür für Persönlichkeiten. Daran inspiriert sich Eric Gauthier, der seit Langem überzeugt ist: Man muss auf die richtigen Menschen setzen. Auf Menschen, die anderen den Glauben an die Kunst geben. In anderen Worten: Ikonen.
ICON/ICONS vereint sieben Bühnenwerke und einen Film zu einem Tanzabend über die Inspiration. Kreiert von acht Weltstars des Tanzes und gewidmet den Künstler:innen, die für ihren Weg eine besondere Bedeutung hatten. Die Vielfalt der choreographischen Handschriften passt perfekt zum festlichen Anlass – der Eröffnung des 6. COLOURS International Dance Festivals. Doch das originelle Programm bewirkt weit mehr, als die Farben des Tanzes zum Strahlen zu bringen. Es erlaubt den acht ausgewählten Schrittmacher:innen, sich mit ihrer eigenen künstlerischen Identität, ihren Vorbildern auseinanderzusetzen. Das Ergebnis sind Begegnungen auf Augenhöhe, sozusagen von Ikone zu Ikone. Vor allem aber sind es Projekte aus tiefster Leidenschaft, unakademisch, frisch und schlicht überraschend. Denn – und das war Eric Gauthier wichtig – diese persönlichen Held:innen sollten nicht nur durch ihre Kunst, sondern durch ihr Leben beeindrucken. Entsprechend breit ist das Spektrum der Ausgewählten. Es reicht von Martial-Arts-Legende Bruce Lee bis zum barocken Erneuerer des Balletts Jean-Georges Noverre, von Josephine Baker bis Björk. Doch so unterschiedlich sie sind – immer wieder erstaunt es, wie stark die Choreograph:innen für ihre ICON/ICONS-Uraufführungen aus der Geschichte, dem kulturellen Erbe, schöpfen.
Gleichzeitig spannen die Acht selbst einen generationenübergreifenden Bogen. Und so führt dieses Programm auf ganz unterschiedliche Weise vor Augen: Kunst ist Verbindung. In dieser Hinsicht dürfte Eric Gauthier mit ICON/ICONS tatsächlich sein Meisterstück abgeliefert haben. Denn an der neuen Produktion wirken nicht nur bekannte Mitglieder der Gauthier Dance-Familie mit. Das weltweite Netzwerk der Theaterhaus-Company hat sich mit diesem Line-up noch einmal entscheidend, ja sehr illuster erweitert.
